Maximilian-Kolbe-Alle 18 · 81739 München · Telefon 089 6302480 · Fax 089 63024822 Stand: 19.08.2007

Am Anfang steht die eine Sendung der Kirche
Die Kirche ist eine Gemeinschaft. Ihr gehören alle an, die getauft und gefirmt sind.
Sie wird von allen ihren Mitgliedern getragen und alle sind verantwortlich für ihre Sendung:
die Menschen mit der Gestalt und Botschaft Jesu zu konfrontieren.
Alle sind berufen und aufgerufen, an ihrem Platz und mit ihren Möglichkeiten die Hoffnung,
die von Christus ausgeht und das Leben der Menschen reicher machen kann, in irgendeiner
Form durch Wort und Tat zu verkündigen, das heißt bekannt und erfahrbar zu machen.
Die Pfarrgemeinderäte nehmen an der gemeinsamen Sendung der Kirche am Ort teil. Die Mitglieder des Pfarrgemeinderats tun zunächst nichts anderes als das, wozu jeder Katholik kraft Taufe und Firmung die Sendung hat. Die Pfarreimitglieder trauen den Pfarrgemeinderäten höchstens besondere Impulse zu und vertrauen ihnen an, gemeinsam mit den Seelsorgern den Weg der Gemeinde vorausschauend zu bedenken.
Die Sendung in Gesellschaft und Politik
Das Zweite Vatikanische Konzil spricht davon, dass es im Rahmen der gemeinsamen
Sendung besondere Dienste und Ämter in der Kirche gibt. Es beschreibt den
besonderen Dienst des Bischofs und des Priesters und des Diakons.
Es umreißt die spezifische Aufgabe der Ordensleute. Und in diesem Zusammenhang
spricht das Konzil auch vom besonderen Dienst der Laien. Er besteht darin, das
berufliche, familiäre, gesellschaftliche und politische Umfeld so mitzugestalten,
dass der Mensch gedeihen und sich entfalten kann. Das gilt für die Kinder, die mit
einer ungeheuren Neugierde die Welt entdecken und verstehen möchten. Dies gilt für
diejenigen, die auf der Höhe ihrer Schaffenskraft sind. Dies gilt für die Pflegebedürftigen,
die ans Bett gebunden sind und doch am Leben teilhaben möchten. Dies gilt für die
nicht wenigen, in deren Leben etwas zerbrochen ist und die sich nach einem neuen
Anfang sehnen. Gesellschaft und Politik vermögen hier nicht alles, aber doch einiges.
Man kann Rahmenbedingungen schaffen und Hilfe geben, dass den Jungen und Alten, vor
allem den Mühseligen und Beladenen das Leben gelingt.
Die Pfarrgemeinde muss ein Ort werden, in dem man gemeinsam lacht und feiert, aber auch mit denen mitträgt, die Schweres mit sich rumschleppen. Der Pfarrgemeinderat braucht sich nicht an die Stelle des Stadtrates setzen. Aber die Stadträte könnten ja manchmal eine Anregung brauchen, einen Anstoß oder manchmal auch nur einen leisen Hinweis. Der Pfarrgemeinderat hat auch politische Aufgaben, das heißt er soll über den Tellerrand der eigenen Pfarrgemeinde hinaus schauen. Gewiss, es ist schon bedeutsam, dass sich so viele innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft für das Ganze verantwortlich wissen. Aber die Kirche ist mehr als ein Verein von Selbstversorgern. Wir alle müssen Augen, Ohren und Herz aufmachen. Dann wird die Kirche inmitten der Gesellschaft auch das Zeichen des Heils sein können, von dem das Zweite Vatikanische Konzil so eindrucksvoll gesprochen hat. Gelungen ist der Pfarrgemienderat vor allem dann, wenn die Gewählten in die Fußstapfen Jesu treten, offen und furchtlos auf die Menschen zugehen und ganz nah an deren Erfahrungen das gesellschaftliche Umfeld zu verbessern helfen.